Welche Apps brauchen Sie wirklich auf Ihrem Smartphone? Smartphones haben heute Zugriff auf Hunderttausende Apps. Das ist erstmal eine gute Nachricht – für fast jedes Bedürfnis findet sich ein passendes Programm. Gleichzeitig führt die schiere Menge dazu, dass viele Menschen nach ein paar Jahren Smartphone-Nutzung ein Telefon haben, auf dem sich Apps angesammelt haben, von denen sie kaum noch wissen, wofür sie gut sind.
Das ist nicht schlimm. Aber es lohnt sich, ab und zu einen ruhigen Blick auf die eigene Auswahl zu werfen. Welche Apps tun mir wirklich gute Dienste? Was kann weg? Und wenn ich neu anfangen würde – welche würde ich wieder installieren?
Dieser Ratgeber ist eine Empfehlung, kein Programm zur radikalen Smartphone-Säuberung. Sie dürfen so viele Apps haben, wie Sie möchten. Aber falls Sie das Gefühl haben, der Startbildschirm ist unübersichtlich geworden, finden Sie hier ein paar Anhaltspunkte, welche Apps sich lohnen und welche Sie löschen können.
Eine kleine, stabile Auswahl: Diese Apps brauchen Sie wirklich
Für die meisten Bedürfnisse reicht eine überschaubare Anzahl Apps völlig aus. Das ist die gute Nachricht: Sie müssen nicht zwanzig verschiedene Programme im Kopf behalten, um Ihr Smartphone gut zu nutzen.
Was sich bei den meisten Menschen bewährt:
Telefon, Nachrichten, Kontakte, Kalender, E-Mail. Das sind die Standardfunktionen, die auf jedem Smartphone vorinstalliert sind. Sie sind solide, sicher, kostenlos und tun genau das, was sie sollen. Es gibt zwar Alternativen, aber für die wenigsten Menschen lohnt der Wechsel.
Eine Karten-App. Auf dem iPhone Apple Karten, auf Android Google Maps. Beide sind sehr gut und decken unterschiedliche Bedürfnisse ab – Auto fahren, Bus und Bahn, zu Fuß. Eine reicht.
Eine Foto- und Galerie-App. Vorinstalliert. Auch hier: Reicht völlig.
WhatsApp ist in vielen Familien der Standard für Nachrichten an Kinder und Enkel. Wenn Ihr Umfeld es nutzt, lohnt sich die Installation. Wer Wert auf besseren Datenschutz legt, kann sich Signal ansehen – funktioniert genauso, gehört aber einer Stiftung statt einem großen Konzern.
Eine Wetter-App. Die vorinstallierte ist meistens gut genug. Wer es genauer mag, schaut sich WetterOnline oder WarnWetter (vom Deutschen Wetterdienst, kostenlos) an.
Ihre Bank-App oder das Online-Banking im Browser. Das hängt davon ab, was Ihre Bank anbietet und was Sie persönlich angenehmer finden.
Bitwarden für Passwörter, falls Sie einen Passwort-Manager nutzen möchten – wir empfehlen das ausdrücklich (siehe unseren Artikel zu Passwörtern und Zwei-Faktor).
Damit haben Sie etwa zehn Apps. In den allermeisten Fällen ist das alles, was Sie brauchen.
Welche Apps lohnen sich darüber hinaus?
Je nach Lebenssituation gibt es ein paar Apps, die Ihnen den Alltag spürbar erleichtern. Hier eine Handvoll, die sich bei vielen Lesern bewährt haben.
Verkehr und Reisen. Wenn Sie regelmäßig Bus oder Bahn fahren, lohnt sich die App Ihres Verkehrsverbundes oder eine Reise-App, mit der Sie Tickets kaufen können. DB Navigator für die Bahn ist ausgereift und wird ständig verbessert. Für lokale Verkehrsverbünde gibt es jeweils eigene Apps.
Lesen. Wer gerne digital liest: Kindle für E-Books oder die App Ihres örtlichen Bibliotheksverbundes (oft Onleihe) – damit leihen Sie Bücher kostenlos online aus.
Hörbücher und Podcasts. Spotify oder Apple Podcasts für Podcasts, Audible für Hörbücher. Wer regelmäßig Hörbücher hört, profitiert von einem Abonnement; wer nur ab und zu, kauft einzelne Titel.
Fotos teilen mit der Familie. Google Fotos oder iCloud Fotos machen es leicht, Bilder mit Kindern und Enkeln zu teilen, ohne sie einzeln verschicken zu müssen.
Notizen und Listen. Die vorinstallierte Notizen-App reicht meistens. Wer mehr will: Apple Notizen kann inzwischen sehr viel, Google Keep ist eine schöne Alternative für Android.
Sprachen, Bildung, Hobbys. Hier wird es persönlich. Wer eine Sprache lernen möchte, schaut sich Duolingo an. Wer wandert, Komoot. Wer Vögel bestimmen mag, Merlin Bird ID vom Cornell Lab. Solche Apps sind oft kostenlos in der Grundversion und richten sich nach Ihrem Interesse.
Hörgeräte oder Insulinpumpe. Wenn Sie ein Medizinprodukt haben, hat der Hersteller oft eine Begleit-App. Die lohnt sich – sie ist Teil des Geräts.
Welche Apps können Sie löschen?
Hier ein paar Kategorien, bei denen sich der Aufwand selten lohnt. Das ist keine Verbotsliste – nur eine Beobachtung.
Apps, die mehrfach dasselbe tun. Wenn Sie drei Wetter-Apps, zwei Notiz-Apps oder vier Foto-Bearbeitungen haben: Wählen Sie die, die Ihnen am besten gefällt, und löschen Sie die anderen. Mehr Programme bedeuten nicht mehr Möglichkeiten, sondern mehr Suche.
Apps für seltene Anlässe. Die App der Fluglinie, die Sie alle paar Jahre nutzen. Die App des Hotels, in dem Sie einmal waren. Solche Apps lassen sich, wenn Sie sie wieder brauchen, in 30 Sekunden neu installieren – bis dahin nehmen sie nur Platz weg.
Aufräum-Apps und Sicherheits-Apps. Apps, die versprechen, Ihr Telefon „schneller” zu machen oder „vor Viren zu schützen”, sind bei aktuellen Smartphones meistens überflüssig. Apple und Google bauen diesen Schutz direkt ins Betriebssystem ein. Diese Apps sind selten schädlich, aber selten auch wirklich nützlich.
Selbst-Vermessung. Schritte zählen, Schlaf messen, Puls überwachen – das kann interessant sein, ist für die meisten Menschen aber kein Gewinn. Wenn Sie sich gut fühlen, müssen Sie nichts messen. Wenn Sie sich nicht gut fühlen, ist der Hausarzt der bessere Anlaufpunkt als eine App.
Smartphone aufräumen: So gehen Sie vor
Falls Sie Lust haben, Ihren Startbildschirm einmal durchzugehen: Es geht ganz unaufgeregt.
Schauen Sie sich Ihre Apps an, eine nach der anderen. Bei jeder stellen Sie sich eine einzige Frage: Wann habe ich diese App zuletzt geöffnet? Wenn Sie sich nicht erinnern, ist das ein guter Hinweis. Sie können die App löschen – beim iPhone das Symbol gedrückt halten und „App entfernen” wählen, bei Android ebenfalls Symbol halten und „Deinstallieren” antippen.
Sorgen müssen Sie sich nicht: Falls Sie eine App doch wieder brauchen, ist sie aus dem App Store oder Play Store in einer halben Minute zurück. Ihre Daten in zentralen Apps wie Kontakten, Fotos oder Kalender bleiben ohnehin unberührt – diese gehören zum Telefon, nicht zu einer App.
Zum Schluss
Ein aufgeräumtes Smartphone ist kein Selbstzweck. Aber wer regelmäßig schaut, was er wirklich nutzt und was nicht, hat am Ende ein Gerät, auf dem die richtigen Dinge sofort zu finden sind. Das macht den Alltag ruhiger – und das Telefon wieder zu dem, was es eigentlich sein soll: ein nützliches Werkzeug, nicht eine ständige Sammlung von Möglichkeiten.
Häufige Fragen
Welche Apps sind besonders für Senioren empfehlenswert?
Die zehn Apps aus dem Abschnitt „Eine kleine, stabile Auswahl” reichen für die meisten Menschen unabhängig vom Alter aus. Wenn Sie mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben möchten, sind WhatsApp und eine Karten-App besonders nützlich. Auch eine Bibliotheks-App wie Onleihe wird von vielen älteren Lesern geschätzt.
Verliere ich Daten, wenn ich eine App lösche?
Bei den meisten Apps nicht. Fotos bleiben in der Foto-App, Kontakte in den Kontakten, Termine im Kalender. Vorsicht ist nur bei Apps geboten, die ihre Inhalte ausschließlich lokal speichern – etwa manche Notiz-Apps. Im Zweifel vor dem Löschen prüfen, ob die App eine Synchronisation oder Sicherung anbietet.
Wie viele Apps sind „normal” auf einem Smartphone?
Es gibt keine richtige Anzahl. Manche Menschen kommen mit zehn Apps aus, andere haben fünfzig und nutzen alle. Die bessere Frage ist: Können Sie sich an Apps erinnern, die Sie nie öffnen? Dann lohnt sich ein Aufräumen.
Kann ich vorinstallierte Apps löschen?
Bei vielen Standard-Apps ja. Apps, die Apple oder Google für die Grundfunktion brauchen, lassen sich oft nicht löschen, aber „verstecken” – also vom Startbildschirm entfernen, ohne sie zu deinstallieren.
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