Was ist ein VPN? Und brauchen Sie eins?
Ein VPN ist eine verschlüsselte Verbindung ins Internet – eine Art geschützter Tunnel zwischen Ihrem Gerät und dem Netz. Werbung verspricht oft, ein VPN mache Sie „komplett anonym” und „rundum sicher”. Das stimmt so nicht. Ein VPN hat einen klar umrissenen Nutzen, aber auch deutliche Grenzen. Dieser Artikel ordnet ein, was es wirklich leistet – und ob Sie als Privatperson eins brauchen.
Was ein VPN tatsächlich macht
Normalerweise geht Ihre Internetverbindung direkt zu der Webseite, die Sie aufrufen. Ihr Internet-Anbieter sieht dabei, welche Seiten Sie ansteuern. In einem öffentlichen WLAN könnten unter Umständen auch andere mitlesen.
Ein VPN schiebt einen Zwischenschritt dazwischen. Ihre Daten laufen verschlüsselt zu einem Server des VPN-Anbieters und erst von dort weiter ins Netz. Zwei Dinge ändern sich dadurch: Die Verbindung ist verschlüsselt, und nach außen erscheint nicht Ihr Standort, sondern der des VPN-Servers.
Die zwei Dinge, für die ein VPN wirklich gut ist
Bei aller Werbung gibt es zwei Situationen, in denen ein VPN echten Mehrwert bietet.
Der erste ist das öffentliche WLAN – im Café, im Hotel, am Flughafen. Hier wissen Sie nie genau, wer das Netz betreibt. Ein VPN verschlüsselt Ihre Verbindung, sodass niemand im selben Netz mitlesen kann.
Der zweite ist der Zugriff auf Inhalte aus der Heimat im Ausland. Sind Sie verreist und möchten etwa eine deutsche Mediathek nutzen, die im Ausland gesperrt ist, kann ein VPN mit deutschem Server das ermöglichen.
Was ein VPN nicht kann
Hier ist Ehrlichkeit wichtig, denn die Werbung übertreibt. Ein VPN macht Sie nicht anonym. Ihr VPN-Anbieter sieht weiterhin Ihren Datenverkehr – Sie verlagern das Vertrauen also nur von Ihrem Internet-Anbieter auf den VPN-Anbieter.
Ein VPN schützt auch nicht vor Viren, nicht vor Phishing und nicht davor, dass Sie auf einer betrügerischen Seite Ihre Daten eingeben. Und wer bei Google oder Facebook angemeldet ist, wird von diesen weiterhin erkannt – ganz gleich, welcher Server dazwischensteht. Ein VPN ist ein Werkzeug für die Verbindung, kein Rundum-Schutz.
Brauchen Sie als Privatperson eins?
Für die meisten Menschen im Alltag lautet die ehrliche Antwort: nicht unbedingt. Zu Hause im eigenen, mit einem Passwort gesicherten WLAN bringt ein VPN kaum Vorteile. Moderne Webseiten sind ohnehin verschlüsselt – erkennbar am „https” und am Schloss-Symbol in der Adresszeile.
Sinnvoll wird ein VPN, wenn Sie häufig in öffentlichen Netzen unterwegs sind oder im Ausland auf deutsche Dienste zugreifen möchten. Wer nur zu Hause surft, braucht in aller Regel keins. Lassen Sie sich von „99 % Rabatt”-Angeboten nicht zum Kauf drängen.
Wenn Sie eins nutzen möchten
Falls ein VPN für Sie passt, achten Sie auf seriöse Anbieter. Kostenlose VPNs finanzieren sich oft, indem sie genau die Daten weiterverkaufen, die sie eigentlich schützen sollen. Das ist das Gegenteil dessen, was Sie wollen.
Ein vertrauenswürdiger Anbieter wirbt mit einer klaren „No-Logs”-Zusage, hat seinen Sitz idealerweise in der EU und verlangt einen fairen, nachvollziehbaren Preis. Im Zweifel ist kein VPN besser als ein zweifelhaftes.
Häufige Fragen
Macht ein VPN mein Internet langsamer? Meist ein wenig, weil die Daten einen Umweg über den VPN-Server nehmen. Bei guten Anbietern fällt das im Alltag kaum auf. Beim Streaming von Videos kann es spürbarer werden.
Ist ein VPN legal? In Deutschland, Österreich und der Schweiz ja. Die Nutzung eines VPN ist völlig legal. Illegal bleibt nur, was auch ohne VPN verboten wäre.
Brauche ich als Senior ein VPN für sicheres Online-Banking? Nein. Banken verschlüsseln ihre Verbindungen bereits selbst, und der zweite Faktor schützt Ihr Konto zusätzlich. Ein VPN ist dafür nicht nötig. Im fremden WLAN schadet es aber auch nicht.
Lohnt sich ein kostenloses VPN? Davon ist abzuraten. Kostenlose Angebote verdienen ihr Geld oft mit Ihren Daten. Wenn überhaupt, ist ein günstiger, seriöser Bezahl-Dienst die bessere Wahl.