Was sind Passkeys? Anmelden ohne Passwort

Passkeys sind eine neue Art, sich anzumelden – ganz ohne Passwort. Statt sich ein Kennwort zu merken, bestätigen Sie die Anmeldung mit Ihrem Fingerabdruck, Ihrem Gesicht oder der PIN Ihres Geräts. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer. Denn ein Passkey lässt sich nicht erraten, nicht stehlen und nicht durch eine gefälschte Webseite abfischen.

Das Grundproblem mit Passwörtern

Passwörter haben einen Geburtsfehler: Sie müssen geheim bleiben, aber gleichzeitig irgendwo gespeichert werden – im Kopf, auf einem Zettel, beim Anbieter. Jeder dieser Orte kann verraten werden.

Dazu kommt: Ein gutes Passwort ist schwer zu merken, ein leicht zu merkendes ist meist unsicher. Und selbst das beste Passwort nützt wenig, wenn man es auf einer gefälschten Anmeldeseite eingibt. Passkeys lösen genau diese Probleme – indem sie das Passwort ganz weglassen.

Wie ein Passkey funktioniert – ohne Technik-Kauderwelsch

Beim Einrichten eines Passkeys entstehen zwei zusammengehörige Teile, die man sich wie ein Schloss und einen Schlüssel vorstellen kann.

Das Schloss bleibt beim Dienst, bei dem Sie sich anmelden. Es ist öffentlich und für sich genommen wertlos. Der passende Schlüssel bleibt auf Ihrem Gerät – auf dem Handy oder dem Computer – und verlässt es nie.

Beim Anmelden beweist Ihr Gerät, dass es den richtigen Schlüssel besitzt. Sie selbst geben dafür nur Ihre Zustimmung – mit Fingerabdruck, Gesicht oder Geräte-PIN. Es wird nie ein Geheimnis übertragen, das jemand abfangen könnte.

Warum das sicherer ist

Der entscheidende Vorteil: Es gibt nichts zu stehlen. Bei einem Daten-Diebstahl beim Anbieter erbeuten Kriminelle höchstens das nutzlose „Schloss”. Der Schlüssel bleibt bei Ihnen.

Auch Phishing läuft ins Leere. Eine gefälschte Bank-Webseite kann Ihr Passwort abgreifen, wenn Sie es eintippen. Einen Passkey nicht – denn er ist fest mit der echten Adresse des Dienstes verknüpft. Auf einer falschen Seite funktioniert er schlicht nicht. Damit fällt eine der häufigsten Betrugsmaschen weg.

So sieht die Anmeldung im Alltag aus

In der Praxis ist es überraschend einfach. Sie öffnen die Webseite oder App, tippen auf „Anmelden” und Ihr Gerät fragt nach Ihrem Fingerabdruck oder Gesicht. Das war alles. Kein Tippen, kein Erinnern, kein Code.

Es ist derselbe Handgriff, mit dem Sie ohnehin Ihr Handy entsperren. Genau diese vertraute Geste ersetzt das Passwort.

Wo es schon geht – und die Grenzen

Immer mehr große Dienste bieten Passkeys an: Google, Apple, Microsoft, Amazon, PayPal und viele weitere. Sie können Passkeys einrichten und das alte Passwort meist trotzdem behalten – als Rückfallebene.

Eine Sache sollten Sie wissen: Ein Passkey ist zunächst an Ihr Gerät gebunden. Moderne Handys und Computer gleichen die Passkeys aber über Ihr Konto ab, sodass sie auf Ihren Geräten gemeinsam verfügbar sind. Beim Wechsel auf ein neues Gerät wandern sie in der Regel automatisch mit.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich mein Handy verliere? Ihre Passkeys sind meist sicher mit Ihrem Konto verknüpft und über Apple, Google oder Microsoft gesichert. Auf einem neuen Gerät, an dem Sie sich anmelden, stehen sie wieder zur Verfügung. Zusätzlich behalten viele Dienste das alte Passwort als Notausgang.

Muss ich mir bei einem Passkey gar nichts mehr merken? Richtig. Sie merken sich nur noch das Entsperren Ihres eigenen Geräts – also Ihren Fingerabdruck, Ihr Gesicht oder die PIN. Für die einzelnen Dienste brauchen Sie kein Passwort mehr.

Sind Passkeys für Senioren geeignet? Gerade für Senioren sind sie eine Erleichterung. Es entfällt das Merken vieler Passwörter. Die Anmeldung ist derselbe Handgriff wie das Entsperren des Handys. Wer sein Gerät schon mit Fingerabdruck öffnet, kann Passkeys problemlos nutzen.

Muss ich meine Passwörter jetzt löschen? Nein, das müssen Sie nicht. Sie können Passkeys ergänzend einrichten und die Passwörter vorerst behalten. So gehen Sie den neuen Weg in Ruhe und ohne Risiko.

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