Glasfaser, DSL oder LTE – welcher Internetanschluss ist der richtige für Sie? Wer einen neuen Internetanschluss bestellen will oder den bestehenden Vertrag überdenkt, stößt schnell auf diese drei Begriffe. Dazu kommen Geschwindigkeitsangaben in MBit, Tarife mit verschiedenen Laufzeiten und Werbeversprechen, die alle suggerieren: Mehr ist besser. Schneller ist besser. Glasfaser ist die Zukunft, also brauchen Sie das auch.
Das stimmt so pauschal nicht. Welcher Anschluss zu Ihnen passt, hängt davon ab, was Sie tatsächlich tun – und was an Ihrer Adresse möglich ist. Dieser Ratgeber erklärt die drei Techniken in Ruhe und gibt Anhaltspunkte, wie viel Geschwindigkeit für welchen Alltag genügt.
DSL, Glasfaser, LTE: Die drei Techniken im Vergleich
DSL ist die am weitesten verbreitete Internet-Verbindung in Europa. Die Daten kommen über die Telefonleitung ins Haus – also über die Kupferkabel, die in den meisten Wohnungen ohnehin schon liegen. DSL gibt es in unterschiedlichen Geschwindigkeitsstufen, je nach Ausbau in Ihrer Straße. In Städten oft 50 oder 100 MBit, auf dem Land mitunter nur 16 MBit. Vorteile: fast überall verfügbar, stabile Verbindung, günstig. Nachteil: Je weiter Sie vom Verteilerkasten entfernt wohnen, desto langsamer wird es – und schneller als der Ausbau in Ihrer Straße geht es nicht.
Glasfaser ist die modernste Technik. Statt Kupfer werden hier Lichtsignale durch Glasfaserkabel geschickt. Geschwindigkeiten von 250 MBit, 500 MBit oder sogar 1.000 MBit (auch „Gigabit” genannt) sind möglich. Anders als bei DSL kommt die volle Geschwindigkeit zuverlässig im Haus an – auch wenn Sie weit vom Anbieter entfernt wohnen. Das Problem: Glasfaser muss erst verlegt werden. In vielen Gebieten ist das passiert oder gerade im Gange, in anderen wird es noch Jahre dauern. Wenn Glasfaser bei Ihnen verfügbar ist, ist es technisch die beste Wahl. Wenn nicht, hilft auch das Warten nicht – dann nehmen Sie das, was da ist.
LTE und 5G sind Mobilfunk-Techniken. Eigentlich für Smartphones gedacht, lassen sie sich aber auch für die Internetversorgung zu Hause nutzen – über einen kleinen Router, der die Mobilfunkdaten ins WLAN umsetzt. Vorteil: keine Verlegung, sofort verfügbar, in vielen ländlichen Regionen die einzige Möglichkeit auf vernünftige Geschwindigkeit. Nachteil: Die Verbindung kann schwanken, je nach Tageszeit, Wetter und wie viele Nachbarn gerade dasselbe tun. LTE ist gut als Übergangslösung oder dort, wo DSL extrem langsam ist – für die meisten Stadtbewohner ist es nicht die erste Wahl.
Wie viel MBit reichen wirklich? Geschwindigkeit nach Bedarf
Hier liegt der häufigste Denkfehler. Die Anbieter werben mit hohen MBit-Zahlen, weil sich das gut verkauft. In Wahrheit reicht für die allermeisten Nutzungen viel weniger, als die Werbung suggeriert.
Bis 16 MBit genügt für E-Mail, normales Surfen im Internet, Online-Banking und Telefonie. Wenn Sie ihr Internet hauptsächlich für Nachrichten lesen, Bilder anschauen, Wetter prüfen und mit der Familie schreiben nutzen, kommen Sie damit problemlos aus.
Bis 50 MBit genügt für eine Person oder ein Paar, das zusätzlich gelegentlich Filme streamt – etwa über Mediathek, Netflix oder Amazon Prime – und ab und zu Videoanrufe macht. Das ist die Geschwindigkeit, mit der die meisten Menschen ohne Einschränkung leben können.
100 bis 250 MBit sind sinnvoll, wenn mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig im Internet sind, häufig in hoher Bildqualität (4K) gestreamt wird oder jemand regelmäßig im Homeoffice arbeitet und Videokonferenzen führt.
500 MBit oder mehr sind für die allermeisten Haushalte überdimensioniert. Diese Tarife lohnen sich nur, wenn Sie sehr große Dateien hoch- oder herunterladen, mehrere parallele 4K-Streams brauchen oder Online-Spiele auf Profi-Niveau spielen. Wenn Sie diesen Satz lesen und nicht sofort wissen, ob Sie das tun – tun Sie es nicht.
Eine ehrliche Faustregel: Wenn Sie sich unsicher sind, nehmen Sie die mittlere Stufe. Sie können später aufstocken, wenn es zu langsam wird – aber wahrscheinlich bleibt es das nicht.
Worauf Sie bei der Tarifwahl achten sollten – jenseits der MBit-Zahl
Die Geschwindigkeit ist nur ein Teil der Rechnung. Achten Sie zusätzlich auf:
Vertragslaufzeit. Viele Tarife laufen 24 Monate. In dieser Zeit kommen Sie nicht heraus, auch wenn ein Konkurrent günstiger anbietet oder Sie umziehen. Es gibt auch monatlich kündbare Tarife – die sind oft etwas teurer, aber flexibler.
Preis nach der Mindestlaufzeit. Anbieter werben gerne mit niedrigen Einstiegspreisen für die ersten 6 oder 12 Monate. Danach steigt die monatliche Gebühr deutlich. Schauen Sie sich an, was der Tarif nach Ablauf der Aktion kostet – das ist der Preis, den Sie wirklich zahlen.
Router. Manche Anbieter berechnen den Router separat, monatlich oder einmalig. Das kann den Tarif verteuern. Manchmal können Sie auch einen eigenen Router nutzen.
Telefon. Die meisten Internet-Tarife enthalten Festnetz-Telefonie, oft mit Flatrate ins deutsche Festnetz. Wenn Sie kein Festnetztelefon mehr nutzen, brauchen Sie das nicht – manchmal lassen sich Tarife günstiger nur mit Internet buchen.
Kündigungsfristen vom alten Vertrag. Wenn Sie wechseln, prüfen Sie zuerst, wann Ihr aktueller Vertrag endet. Sonst zahlen Sie eine Weile zwei Verträge parallel.
Internet-Tarife vergleichen: So gehen Sie vor
Tarife direkt bei den Anbietern (Telekom, Vodafone, 1&1) zu vergleichen ist mühsam, weil jeder Anbieter nur seine eigenen Angebote zeigt. Vergleichsportale machen das in einem Schritt: Sie geben Ihre Adresse ein, das Portal prüft, welche Anschlussarten bei Ihnen verfügbar sind, und zeigt die Tarife mehrerer Anbieter nebeneinander.
In Österreich ist durchblicker.at ein etabliertes Vergleichsportal, in der Schweiz comparis.ch.
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Auf unserer Vergleichsseite finden Sie eine Tarif-Vorauswahl – mit Filtern, die zu den Empfehlungen in diesem Artikel passen. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein und sehen Sie sofort, welche Anbieter an Ihrer Adresse verfügbar sind.
Werblicher Hinweis: Auf der Vergleichsseite ist ein Vergleichsrechner der TARIFCHECK24 GmbH eingebunden. Wenn Sie darüber einen Tarif abschließen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts. Vergleichen Sie nicht nur den Einstiegspreis, sondern auch den Preis nach der Mindestlaufzeit und die Vertragsdauer.
Lohnt sich der Wechsel zu Glasfaser?
Wenn Sie auf der Vergleichsseite sehen, dass Glasfaser an Ihrer Adresse verlegt ist, lohnt sich der Wechsel meist – auch wenn der bisherige DSL-Anschluss „eigentlich reicht”. Die Gründe: Glasfaser ist stabiler, der Upload (also das Verschicken von Daten, etwa bei Videoanrufen) ist deutlich schneller, und die Preise liegen oft auf demselben Niveau wie DSL.
Aber: Sie müssen nicht in Panik wechseln. DSL wird auch in den nächsten Jahren noch funktionieren. Wenn Ihr aktueller Vertrag günstig ist und Sie zufrieden sind, können Sie das Auslaufen abwarten und dann in Ruhe entscheiden.
Zum Schluss
Internet-Tarife sind eines der Themen, bei denen am meisten unnötig Geld ausgegeben wird – meist, weil Menschen mehr Geschwindigkeit buchen, als sie nutzen. Die Werbung verstärkt diesen Reflex. Schauen Sie ehrlich auf Ihre Nutzung, vergleichen Sie zwei oder drei Tarife in Ruhe, und nehmen Sie den, der zu Ihnen passt – nicht den schnellsten, den es gibt. In den meisten Fällen werden Sie merken: Es geht günstiger, als der erste Anbieter Ihnen vorschlägt.
Häufige Fragen
Wie viele MBit brauchen Senioren wirklich?
Für klassische Nutzung – E-Mail, Surfen, Videoanrufe mit der Familie, gelegentliches Streaming – reichen 16 bis 50 MBit problemlos. Wer im Mehrpersonenhaushalt lebt oder regelmäßig in hoher Qualität streamt, ist mit 100 MBit gut versorgt. Mehr ist für die meisten Haushalte unnötig.
Was ist der Unterschied zwischen DSL und Glasfaser?
DSL nutzt die alten Telefonleitungen aus Kupfer, Glasfaser nutzt moderne Glasfaserkabel mit Lichtsignalen. Glasfaser ist schneller, stabiler und liefert die volle versprochene Geschwindigkeit zuverlässig. DSL ist günstiger und fast überall verfügbar.
Lohnt sich der Wechsel zu Glasfaser, wenn DSL noch funktioniert?
Wenn Glasfaser bei Ihnen verlegt ist und die Preise auf DSL-Niveau liegen, ja. Wenn Sie mit Ihrem DSL-Anschluss zufrieden sind und der Vertrag günstig ist, dürfen Sie auch in Ruhe abwarten – DSL wird in den nächsten Jahren weiter funktionieren.
Was kostet ein normaler Internetanschluss?
Für einen DSL- oder Glasfaseranschluss mit 50 bis 100 MBit zahlen Sie aktuell in Deutschland zwischen 25 und 40 Euro pro Monat (nach der Aktionspreis-Phase). Achten Sie immer auf den Preis nach Ablauf der Mindestlaufzeit, nicht auf den Einstiegspreis.
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