Wer sich zum ersten Mal mit dem Kauf beschäftigt, stellt schnell die naheliegende Frage: Was kostet ein gutes Tablet für Senioren eigentlich? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, was Sie damit vorhaben. Zwischen einem einfachen Einsteigergerät und einem langlebigen Markentablet liegen mehrere Hundert Euro – und nicht immer ist das teurere auch das passende. Dieser Artikel ordnet die Preisklassen ein und zeigt, wo sich das Geld lohnt und wo nicht.
Die drei Preisklassen im Überblick
Grob lassen sich Tablets in drei Bereiche einteilen. Jeder hat seine Berechtigung – für unterschiedliche Bedürfnisse.
Unter 180 Euro – die Einsteigerklasse. Hier finden Sie solide Geräte für die alltäglichen Dinge: surfen, lesen, Mediatheken schauen, videotelefonieren. Der Bildschirm ist gut, der Prozessor reicht für diese Aufgaben aus. Sparen müssen Sie an einer Stelle: Sehr schnelle Reaktion bei vielen gleichzeitig geöffneten Apps oder aufwändigen Spielen ist nicht die Stärke dieser Klasse. Für die meisten spielt das im Alltag keine Rolle.
180 bis 350 Euro – die Mittelklasse. In diesem Bereich liegt das aktuelle Einsteiger-iPad, und hier bekommen Sie spürbar mehr: flüssigere Bedienung, hellere Bildschirme, oft eine längere Versorgung mit Updates. Wer das Tablet viele Jahre nutzen möchte, ist hier gut aufgehoben.
Über 350 Euro – die gehobene Klasse. Diese Geräte richten sich an Menschen mit besonderen Ansprüchen: viel Leistung, große Bildschirme, hochwertige Ausstattung. Für die typische Nutzung im Ruhestand ist das in aller Regel mehr, als nötig ist. Das Geld ist meist besser in Zubehör oder eine microSD-Speicherkarte investiert.
Was den Preis eigentlich bestimmt
Der Preis eines Tablets ergibt sich aus mehreren Faktoren – und nicht alle sind für Sie gleich wichtig.
Die Update-Versorgung ist der unterschätzteste Punkt. Ein Tablet, das nur zwei Jahre Sicherheits-Updates bekommt, ist danach angreifbarer und veraltet. Markengeräte – allen voran das iPad mit sieben bis acht Jahren – kosten mehr, halten dafür aber deutlich länger sicher. Auf lange Sicht kann das teurere Gerät das günstigere sein.
Der Bildschirm macht einen großen Teil des Preises aus. Größe, Helligkeit und Schärfe unterscheiden die Klassen. Gerade für müder werdende Augen ist ein gutes Display kein Luxus, sondern der Kern des Geräts.
Die Verarbeitung – Metall statt Plastik, ordentliche Lautsprecher – merkt man im täglichen Anfassen. Das ist angenehm, aber selten kaufentscheidend.
Nicht entscheidend ist dagegen oft die reine Rechenleistung. Die teuersten Prozessoren spielen ihre Stärke erst bei Aufgaben aus, die im Senioren-Alltag kaum vorkommen.
Wo sich Sparen lohnt – und wo nicht
Sparen können Sie guten Gewissens beim Speicher: Statt die teure Variante mit viel internem Speicher zu kaufen, tut es bei vielen Android-Tablets eine microSD-Karte für 15 bis 20 Euro. Auch beim Zubehör lässt sich sparen – eine Hülle vom Drittanbieter kostet einen Bruchteil des Markenzubehörs und schützt genauso.
Nicht sparen sollten Sie an zwei Stellen: an der Update-Versorgung und an einem zu kleinen Bildschirm. Ein Billigtablet ohne Update-Zusage ist am Ende Ärger, kein Schnäppchen. Und ein Display unter zehn Zoll spart zwar ein paar Euro, macht aber das Lesen unnötig anstrengend. Welche konkreten Geräte in welcher Preisklasse überzeugen, lesen Sie in unseren Tablet-Empfehlungen.
Die versteckten Kosten bedenken
Zum Anschaffungspreis kommen ein paar kleinere Posten, die man leicht übersieht. Eine Schutzhülle ist bei einem Gerät, das man in die Hand nimmt und mitnimmt, sinnvoll investiert – rechnen Sie mit 15 bis 30 Euro. Wer das Tablet auch unterwegs mit Internet nutzen möchte, braucht entweder ein Gerät mit SIM-Karten-Fach oder nutzt das Smartphone als Zugangspunkt; die Grundlagen dazu klärt Braucht ein Tablet einen eigenen Internetzugang?.
Laufende Kosten fallen bei einem Tablet ansonsten kaum an. Anders als beim Handy ist kein monatlicher Vertrag nötig, solange Sie das Heim-WLAN nutzen.
Lohnt sich ein gebrauchtes Tablet?
Ein gebrauchtes Markentablet kann ein guter Weg sein, günstig an ein langlebiges Gerät zu kommen – gerade beim iPad, das lange mit Updates versorgt wird. Achten sollten Sie darauf, dass das Modell nicht zu alt ist und noch mehrere Jahre Updates vor sich hat. Ein sehr günstiges, aber betagtes Gerät ist oft die schlechtere Wahl als ein neues Einsteigertablet. Ob ein Tablet überhaupt das richtige Gerät für Sie ist, können Sie vorab in Tablet für Senioren: Lohnt sich das? abwägen.
Häufige Fragen
Wie viel sollte ein Senior für ein Tablet ausgeben? Für die üblichen Aufgaben – lesen, schauen, videotelefonieren, surfen – ist man mit 130 bis 250 Euro gut bedient. Mehr lohnt sich vor allem dann, wenn eine besonders lange Update-Versorgung oder die Apple-Welt gewünscht ist.
Ist ein teures Tablet einfacher zu bedienen? Nicht unbedingt. Die einfache Bedienung hängt am Betriebssystem, nicht am Preis. Das iPad gilt als besonders eingängig, ist aber teurer; günstige Android-Tablets sind bei ruhiger Ersteinrichtung ebenso gut nutzbar.
Kann ich bei einem günstigen Tablet später aufrüsten? Den Speicher ja – bei vielen Android-Tablets per microSD-Karte. Die Leistung des Geräts selbst lässt sich nicht nachträglich erhöhen. Deshalb lohnt es, vor dem Kauf ehrlich einzuschätzen, was Sie brauchen.
Fallen nach dem Kauf noch Kosten an? In der Regel kaum. Über das Heim-WLAN entstehen keine laufenden Gebühren. Einmalig sinnvoll sind eine Schutzhülle und, bei Android, eventuell eine Speicherkarte.
Verwandte Artikel: Tablet für Senioren – lohnt sich das? · iPad oder Android-Tablet? · Tablet-Empfehlungen · Braucht ein Tablet einen eigenen Internetzugang?