„Früher ging das alles schneller.” Wer seinen Computer schon ein paar Jahre nutzt, kennt das Gefühl: Das Hochfahren dauert, Programme öffnen mit Verzögerung, beim Surfen hakt es. Das ist selten ein Zeichen, dass der PC langsam und damit reif für den Müll ist. Meist stecken ein paar gut bekannte Ursachen dahinter – und die wenigsten erfordern einen Neukauf. Dieser Artikel ordnet ein, woran es liegt und was wirklich hilft.
Zu viele Programme starten im Hintergrund mit
Mit jedem Jahr sammeln sich Programme an. Viele davon tragen sich beim Einrichten selbst in den Autostart ein und laufen von da an unsichtbar mit – auch wenn Sie sie gar nicht benutzen. Jedes einzelne kostet ein wenig Rechenleistung. In Summe wird daraus eine spürbare Bremse, besonders direkt nach dem Einschalten.
Das Tückische: Man sieht diese Mitläufer nicht. Der Computer wirkt einfach träge, ohne erkennbaren Grund. Dabei arbeitet er im Hintergrund an einem ganzen Stapel Aufgaben, die niemand bestellt hat.
Die Festplatte ist zu voll
Ein Computer braucht freien Platz zum Arbeiten – ähnlich wie eine Werkbank, auf der man Dinge hin- und herlegt. Ist die Festplatte randvoll mit Fotos, Videos und alten Dateien, fehlt dieser Spielraum, und alles wird zäher.
Als grobe Faustregel sollten etwa zehn bis fünfzehn Prozent des Speichers frei bleiben. Oft sind es nicht die Urlaubsfotos, die den Platz fressen, sondern vergessene Downloads und Programme, die längst niemand mehr öffnet.
Alte Technik trifft auf neue Ansprüche
Software wird über die Jahre umfangreicher. Ein Computer von vor acht Jahren muss heute Webseiten und Programme bewältigen, für die er nie gebaut wurde. Das ist keine Abnutzung im eigentlichen Sinn – die Teile verschleißen kaum –, sondern eine wachsende Kluft zwischen Anspruch und Ausstattung.
Ein Bauteil macht hier den größten Unterschied: die Art der Festplatte. Ältere Geräte haben oft eine herkömmliche Festplatte (HDD), die mechanisch arbeitet. Neuere nutzen einen sogenannten SSD-Speicher, der ein Vielfaches schneller ist. Der Tausch von HDD auf SSD ist die wirkungsvollste Einzelmaßnahme, um einen älteren Rechner spürbar zu beschleunigen – oft für überschaubares Geld in einer Fachwerkstatt.
Der Browser als heimliche Bremse
Sehr häufig ist gar nicht der ganze Computer langsam, sondern nur das Surfen im Internet. Viele geöffnete Tabs auf einmal, eine Sammlung von Erweiterungen, die sich über die Jahre angehäuft hat, und volle Zwischenspeicher – all das macht den Browser schwerfällig. Wer den Eindruck hat, „das Internet” sei langsam, schaut am besten zuerst hier hin, bevor er den Rechner verdächtigt.
Updates, die gerade laufen
Manchmal ist die Langsamkeit nur vorübergehend. Lädt Windows im Hintergrund gerade ein größeres Update herunter und installiert es, beansprucht das den Computer für eine Weile. Das fühlt sich störend an, ist aber harmlos und vergeht von selbst. Warum diese Updates wichtig sind und sich das kurze Warten lohnt, lesen Sie in Windows-Updates verstehen.
Vorsicht vor „Tuning”-Programmen
Sobald ein Computer langsamer wird, tauchen wie von selbst Werbung und Pop-ups für Reinigungs- und Beschleunigungsprogramme auf: „PC in 2 Minuten schneller!” Von diesen Programmen ist abzuraten. Im besten Fall bringen sie nichts, im schlechteren installieren sie weitere Mitläufer, blenden Werbung ein oder drängen zu einem Kauf. Echte Verbesserung kommt nicht aus einem solchen Programm, sondern aus weniger Ballast und passender Technik.
Wenn auf dem Bildschirm gar gewarnt wird, der Computer sei „infiziert” oder „beschädigt”, ist das ein Betrugsversuch – keine echte Meldung. Was dann gilt, steht in Phishing erkennen.
Was wirklich hilft
Die ehrliche Reihenfolge sieht so aus: Erst aufräumen, was sich angesammelt hat – nicht genutzte Programme entfernen, Speicher freimachen, den Browser entrümpeln. Bringt das nicht genug, ist bei einem älteren Gerät der Umstieg auf einen SSD-Speicher der größte Hebel. Und erst, wenn der Computer wirklich in die Jahre gekommen ist und ohnehin keine Updates mehr bekommt, lohnt der Gedanke an ein neues Gerät. Gerade mit Blick auf das Support-Ende von Windows 10 ist das für viele bald ein Thema – mehr dazu in Windows 10 läuft aus.
Häufige Fragen
Wird ein Computer mit dem Alter automatisch langsamer? Nicht durch Verschleiß. Die Bauteile altern kaum. Langsamer wirkt er, weil sich Programme ansammeln, der Speicher voll wird und neue Software mehr verlangt, als ältere Technik bequem leistet.
Lohnt sich ein Reinigungsprogramm, das mir empfohlen wurde? In aller Regel nicht. Solche Programme versprechen viel und halten wenig. Wirksamer ist es, nicht genutzte Programme zu entfernen und Speicher freizumachen – das kostet nichts.
Mein PC ist erst beim Hochfahren langsam, danach geht es. Woran liegt das? Das ist ein typisches Zeichen für zu viele Programme im Autostart. Sie alle starten beim Einschalten gleichzeitig mit. Wird ihre Zahl verringert, fährt der Computer wieder zügiger hoch.
Sollten Senioren bei Langsamkeit gleich einen neuen PC kaufen? Selten nötig. Erst aufräumen, dann bei älteren Geräten über einen SSD-Speicher nachdenken. Ein Neukauf ist meist nur sinnvoll, wenn das Gerät sehr alt ist oder keine Sicherheits-Updates mehr erhält.
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