Am 14. Oktober 2026 endet der offizielle Support für Windows 10. Microsoft liefert dann keine Sicherheits-Updates mehr – das Betriebssystem bleibt zwar auf dem Computer, wird aber nicht mehr gegen neue Angriffe abgesichert. Was das für Sie konkret bedeutet und welche Möglichkeiten Sie haben, das zeigt dieser Artikel.

Was „Support-Ende” wirklich heißt

Ein Betriebssystem wie Windows bekommt regelmäßig Updates. Die meisten davon sind keine neuen Funktionen, sondern Sicherheits-Pflaster – sie schließen Lücken, die Kriminelle ausnutzen könnten, um in den Computer einzudringen. Diese Pflaster nennt man Sicherheits-Updates.

Wenn Microsoft den Support einstellt, kommen keine Pflaster mehr. Windows 10 auf Ihrem Computer bleibt genau so, wie es am letzten Update-Tag war – und jede neue Sicherheitslücke, die danach entdeckt wird, bleibt offen. Kriminelle wissen das und suchen gezielt nach Computern, die noch mit alten Systemen laufen.

Ihr Computer funktioniert danach weiterhin. Programme starten, E-Mails kommen an, Fotos lassen sich öffnen. Aber der Schutz schwindet – und das passiert nicht sofort, sondern schleichend über Monate und Jahre.

Warum das ausgerechnet jetzt passiert

Microsoft hat Windows 10 im Jahr 2015 veröffentlicht und damals zehn Jahre Support versprochen. Dieses Versprechen wird eingehalten: Oktober 2026 markiert das Ende dieser Frist. Parallel dazu ist Windows 11 seit 2021 auf dem Markt – Microsoft möchte, dass möglichst viele Nutzer auf das neue System wechseln.

Das ist legitim. Windows 11 bringt tatsächlich verbesserte Sicherheits-Grundlagen mit, unter anderem bestimmte Hardware-Anforderungen, die ältere Angriffsmethoden erschweren. Gleichzeitig bedeutet das: Nicht jeder PC kann Windows 11 überhaupt nutzen.

Drei Szenarien – welches trifft auf Sie zu?

Szenario 1: Ihr Computer ist kompatibel

Microsoft bietet ein kostenloses Tool an, mit dem Sie prüfen können, ob Ihr Computer Windows 11 unterstützt. Es heißt „PC-Integritätsprüfung” und läuft auf Ihrem aktuellen Windows. Wenn das Ergebnis positiv ist, können Sie Windows 11 kostenlos installieren – als kostenloses Upgrade für bestehende Windows-10-Nutzer.

Das Upgrade verändert das Erscheinungsbild des Computers etwas: Die Taskleiste sieht anders aus, das Startmenü ist mittig statt links, einige Einstellungsmenüs wurden verschoben. Die grundlegende Bedienung bleibt aber die gleiche. Wer Windows 10 kennt, findet sich in Windows 11 schnell zurecht.

Was das bedeutet: Wenn Ihr PC kompatibel ist, ist das Upgrade die einfachste und kostengünstigste Lösung. Gut geeignet für PCs und Laptops, die ab 2019 oder 2020 gekauft wurden.

Szenario 2: Ihr Computer ist nicht kompatibel

Windows 11 stellt Mindestanforderungen an die Hardware, insbesondere an einen Sicherheitschip namens TPM 2.0 und an den Prozessor. Viele PCs, die vor 2019 gebaut wurden, erfüllen diese Anforderungen nicht.

In diesem Fall haben Sie grundsätzlich zwei Wege. Erstens: einen neuen Computer kaufen. Das ist nicht günstig – ein ordentlicher Laptop oder Desktop-PC liegt zwischen 400 und 800 Euro –, aber es ist die sicherste Lösung. Zweitens: Mit Windows 10 weitermachen und das Risiko bewusst einkalkulieren.

Was das bedeutet: Ein älterer Computer, der nur für E-Mails, Nachrichten und Fotos genutzt wird und seltener online ist, ist ein anderes Risikoprofil als ein Computer, über den Online-Banking läuft oder auf dem viele persönliche Dokumente liegen.

Szenario 3: Sie laufen Windows 10 weiter – bewusst

Das ist für viele Menschen eine realistische Option, besonders wenn das Budget für einen neuen PC gerade nicht da ist. Wichtig ist dabei: Das Risiko steigt, aber es passiert nicht automatisch etwas.

Wer Windows 10 nach dem Support-Ende weiterführt, sollte ein paar Punkte beachten. Ein gutes Antivirenprogramm bleibt weiter aktiv – Microsoft Defender ist bereits eingebaut und funktioniert auch ohne Windows-Updates noch eine Weile. Vorsicht beim Öffnen unbekannter E-Mail-Anhänge und Links. Und: Wichtige Daten regelmäßig auf einem externen Laufwerk oder in der Cloud sichern. Wenn tatsächlich etwas passiert, sind die Daten so nicht verloren.

Was das bedeutet: Wer so vorgeht, hält das Risiko handhabbarer. Vollständig ausgeschlossen ist es aber nicht.

Was Sie jetzt konkret tun können

Prüfen Sie zuerst, welches Windows auf Ihrem Computer läuft. Drücken Sie die Windows-Taste und tippen Sie „winver” – dann sehen Sie die Versionsnummer. Wenn dort „Windows 10” steht, haben Sie noch einige Monate.

Laden Sie danach die „PC-Integritätsprüfung” von der Microsoft-Webseite herunter (Suchbegriff: „PC-Integritätsprüfung Windows 11”). Das Tool zeigt in wenigen Sekunden, ob ein Upgrade möglich ist oder nicht.

Wenn Sie sich unsicher sind oder nicht wissen, was das Ergebnis bedeutet: Viele Volkshochschulen und Seniorenverbände bieten kostenlose Beratungen zu genau diesem Thema an. Auch Enkel oder Nachbarn mit etwas Computer-Erfahrung können helfen.

Unsere Einschätzung

Das Support-Ende für Windows 10 ist real und sollte nicht ignoriert werden. Gleichzeitig ist es kein Grund zur Panik. Wer einen neueren PC hat, kann kostenlos upgraden. Wer einen älteren hat, sollte überlegen, ob ein Neukauf sinnvoll ist – und wenn nicht, mit den oben genannten Vorsichtsmaßnahmen weitermachen.

Warten bis kurz vor Oktober 2026 ist möglich. Besser ist es, den Sommer zu nutzen, um in Ruhe zu prüfen und zu entscheiden.


Häufige Fragen

Wird Windows 10 nach Oktober 2026 sofort gefährlich? Nein, nicht sofort. Das Risiko wächst mit der Zeit, weil neue Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden. Die ersten Monate sind weniger kritisch als die Jahre danach.

Kostet das Upgrade auf Windows 11 etwas? Nein. Für bestehende Windows-10-Nutzer ist das Upgrade auf Windows 11 kostenlos – sofern der PC die Systemanforderungen erfüllt.

Mein Computer ist zu alt für Windows 11 – was ist eine preiswerte Alternative? Linux ist ein kostenfreies Betriebssystem, das auf älteren PCs läuft und erheblich einfacher geworden ist. Für grundlegende Aufgaben (E-Mail, Surfen, Dokumente) ist es eine echte Option. Wer Linux ausprobieren möchte, findet in vielen Volkshochschulen Einsteiger-Kurse.

Was passiert mit meinen Dateien beim Upgrade auf Windows 11? Beim regulären Upgrade bleiben alle Dateien, Fotos und Programme erhalten. Eine Sicherung vor dem Upgrade ist trotzdem empfehlenswert – als Vorsichtsmaßnahme, falls etwas schieflaufen sollte.

Betrifft das Support-Ende auch Senioren, die nur E-Mails schreiben? Ja, denn auch beim E-Mail-Schreiben ist der Computer online und damit angreifbar. Das Risiko ist aber geringer als bei intensiver Online-Banking-Nutzung.


Verwandte Artikel