Die E-Mail ist eindeutig Werbemüll – irgendein Gewinnspiel, das man nie eingegeben hat, oder das zehnte Angebot für einen Kurs, den man nicht braucht. Ganz unten steht ein kleiner Link: „Abmelden” oder „Hier abbestellen”. Der Gedanke liegt nahe, darauf zu klicken. Bitte tun Sie das nicht.

Bei Spam-Mails ist ein Klick auf „Abmelden” das Schlechteste, was Sie tun können. Dieser Artikel erklärt, warum – und was stattdessen hilft.

Wer Spam verschickt, tut das oft an Hunderttausende von E-Mail-Adressen gleichzeitig – viele davon sind aus gehackten Datenbanken, käuflich erworben oder einfach zufällig zusammengestellt. Ein großer Teil dieser Adressen ist gar nicht aktiv. Niemand liest dort.

Wenn Sie auf „Abmelden” klicken, schicken Sie dem Absender eine klare Botschaft: Diese Adresse ist aktiv. Hier liest jemand. Und das ist für Spammer wertvoller als nichts. Ihre Adresse landet auf einer Liste mit verifizierten Adressen – und wird an andere Spammer verkauft oder selbst noch intensiver beschickt.

Das Ergebnis: Statt weniger Spam bekommen Sie mehr. Manchmal sogar aus vollkommen anderen Quellen.

Es gibt tatsächlich einen Unterschied zwischen einem seriösen Abmelde-Link und einem Spam-Abmelde-Link. Ein seriöser Newsletter, den Sie tatsächlich abonniert haben – von einer Zeitung, einem Onlineshop, einem Verein – enthält einen echten Abmelde-Link. Bei seriösen Absendern ist dieser Klick vollkommen sicher und wirksam.

Das Problem: Man kann es von außen kaum unterscheiden. Die Spam-Mail sieht oft genauso aus wie ein echter Newsletter. Der Unterschied liegt nicht im Aussehen der Mail, sondern darin, ob Sie das Abo jemals selbst eingerichtet haben.

Eine einfache Faustregel: Wenn Sie sich nicht erinnern, sich jemals für diesen Newsletter oder diesen Dienst angemeldet zu haben – nicht klicken. Wenn Sie sich sicher sind, selbst abonniert zu haben und die Absenderadresse und der Absendername vertrauenswürdig wirken – dann dürfen Sie abmelden.

Im Zweifel: nicht klicken.

Was Sie stattdessen tun können

Als Spam markieren ist die wirksamste Antwort. Ihr E-Mail-Programm – ob Gmail, GMX, Web.de oder der Mail-Client auf dem Computer – hat eine Schaltfläche dafür, oft ein Symbol mit einem Ausrufezeichen oder die Option „Als Spam melden”. Mit jedem solchen Klick lernt das System, ähnliche Mails künftig selbst herauszufiltern.

Noch besser: Das gilt nicht nur für Sie, sondern trägt dazu bei, dass der Absender für andere Nutzer desselben Anbieters ebenfalls als Spam erkannt wird. Ein kollektiver Schutz.

Löschen ohne Klick ist die zweitbeste Option. Einfach die Mail in den Papierkorb schieben, ohne irgendeinen Link anzutasten – kein „Abmelden”, kein Bild laden lassen, kein Anhang öffnen. Viele Spam-Mails enthalten unsichtbare Bilder, die beim Laden verraten, dass jemand die Mail geöffnet hat. Wenn möglich, stellen Sie Ihr E-Mail-Programm so ein, dass Bilder nicht automatisch geladen werden.

Spam-Mails sind heute oft professionell gestaltet. Sie imitieren bekannte Unternehmen, verwenden echte Logos und haben formatierte Abmelde-Schaltflächen. Der Unterschied zur echten Mail liegt manchmal nur in einer kleinen Abweichung in der Absenderadresse – statt @amazon.de steht da @amazon-angebote.de oder @service-amazon.com.

Schauen Sie vor einem Klick immer auf die tatsächliche Absenderadresse, nicht nur den angezeigten Namen. In den meisten E-Mail-Programmen sehen Sie die Adresse, wenn Sie auf den Absendernamen klicken oder tippen.

Was Ihrem E-Mail-Anbieter hilft

Seriöse Anbieter wie Gmail, GMX, Web.de und die meisten anderen haben gut trainierte Spam-Filter. Aber die Filter lernen – und je mehr Nutzer Spam melden, desto besser wird das System.

Wenn Sie eine Mail als Spam markieren statt nur zu löschen, trainieren Sie Ihren eigenen Filter mit. Das spart langfristig Zeit: Künftige Mails des gleichen Absenders landen direkt im Spam-Ordner, ohne Ihren Posteingang zu belasten.

Schauen Sie gelegentlich in Ihren Spam-Ordner – manchmal landet dort versehentlich eine echte Mail. Einmal im Monat reicht.

Häufige Fragen

Ich habe schon auf „Abmelden” geklickt – was jetzt? Meistens passiert nichts Schlimmeres als mehr Spam. Wenn der Link Sie auf eine Webseite weitergeleitet hat und dort nach Ihrem Passwort oder Zahlungsdaten gefragt wurde, ist Vorsicht angebracht – dann lesen Sie unseren Artikel Konto gehackt – was tun?. Wenn die Seite nur eine Bestätigung zeigte oder direkt wieder geschlossen hat, beobachten Sie Ihren Posteingang einige Wochen.

Wie erkenne ich, ob ein Newsletter seriös ist? Ein seriöser Newsletter nennt immer einen echten Absender mit Impressum, kommt von einer konsistenten Absenderadresse (immer dieselbe Domain) und enthält einen Abmeldelink, der auf die offizielle Webseite des Anbieters führt. Wenn Sie unsicher sind: Browser öffnen, Webseite des Anbieters direkt aufrufen und dort Ihr Konto überprüfen.

Was tue ich, wenn ich von einem seriösen Absender zu viele Mails bekomme? Bei einem Anbieter, bei dem Sie tatsächlich Kunde sind – Onlineshop, Bank, Versicherung – melden Sie sich direkt auf der Webseite an und passen Sie die Benachrichtigungs-Einstellungen in Ihrem Konto an. Das ist sicherer als jeder Link in einer Mail.

Ist Spam-E-Mail gefährlich für ältere Menschen? Nicht grundsätzlich mehr als für andere – aber Spam-Mails, die auf Phishing abzielen, nutzen oft Vertrauensthemen wie Banken, Pakete oder Gewinnspiele, die besonders häufig bei Senioren ankommen. Lesen Sie dazu unseren Artikel Phishing erkennen.


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