Eine kurze Erinnerung an einen Anruf bei der Cousine. Ein Termin beim Augenarzt mit zwei Vorwarnungen. Ein wöchentlicher Mülltermin, der sich von selbst weiß. Ein gemeinsamer Familien-Kalender für die Großeltern-Tage – moderne Smartphones übernehmen vieles, was sonst auf Zetteln, im Wandkalender und im Kopf gleichzeitig liegt. Die Werkzeuge sind alle eingebaut, kosten nichts, und nach kurzer Eingewöhnung wird der Kopf spürbar leichter.

Ob klassischer Terminplaner, digitaler Kalender oder Terminkalender mit Erinnerung – die Begriffe meinen alle dasselbe: ein Werkzeug, das den Überblick über das hält, was sonst in Notizen, Wandkalender und Kopf gleichzeitig stehen müsste. Mit dem Unterschied, dass ein Smartphone-Kalender sich von selbst meldet, wenn ein Termin näher kommt.

Erinnerungen, die mehr können als ein Wecker

Eine Erinnerung am Smartphone ist nicht nur „klingelt um 14 Uhr”. Sie kann an einen bestimmten Ort gebunden werden, an einen wiederkehrenden Rhythmus, an einen bestimmten Wochentag. Das macht sie zur kleinen Stütze für die Dinge, die zwischen Routine und Vergessen leben.

Die häufigste Anwendung im Alltag: die zeitliche Erinnerung. „Frau Meier morgen um 11 Uhr zurückrufen.” „Die rote Salbe abends nach dem Essen nehmen.” „Den Brief am Donnerstag zur Post bringen.” Eine Notiz, eine Uhrzeit, ein Klingelton – und der Kopf muss diese Aufgabe bis dahin nicht mehr tragen.

Weniger bekannt ist die ortsgebundene Erinnerung. Sie binden eine Notiz an einen Ort: „Wenn ich beim Supermarkt bin: Brot mitnehmen.” Das Smartphone klingelt, sobald Sie tatsächlich vor der Tür stehen – nicht eine Stunde vorher, nicht am Abend mit dem schlechten Gewissen. Praktisch ist das auch zu Hause: „Wenn ich nach Hause komme: Spülmaschine ausräumen.”

Der entspannteste Modus ist es, Erinnerungen direkt zu sprechen. „Hey Siri, erinnere mich morgen um 9 Uhr daran, Klaus zurückzurufen” – das spart das Tippen und funktioniert auf jedem iPhone und Android-Handy. Mehr dazu im Artikel Sprachsteuerung und Diktieren.

Der Terminkalender mit Erinnerung – kein wichtiger Tag wird mehr vergessen

Der eigentliche Wert eines digitalen Kalenders zeigt sich erst nach ein paar Wochen Nutzung. Wer zum ersten Mal einen Arzttermin einträgt und dann zwei Tage vorher und am Morgen selbst eine Erinnerung bekommt, weiß: das ist eine kleine Erleichterung, die nichts kostet und niemand wieder hergeben möchte.

Beide großen Systeme haben einen Kalender vorinstalliert – auf dem iPhone die App Kalender, auf Android meist Google Kalender, bei Samsung zusätzlich der Samsung Kalender. Sie können untereinander nicht direkt kommunizieren, aber ein Google-Konto funktioniert auf beiden Systemen, sodass etwa eine iPhone-Nutzerin und ein Android-Nutzer denselben Kalender sehen können, wenn sie wollen.

Was im Alltag oft verändert: Mehrere Erinnerungen pro Termin. Ein Arzttermin am Donnerstag um 10 Uhr kann eine Vorwarnung am Vorabend um 18 Uhr haben (zum Daran-Denken, dass es morgen losgeht) und eine zweite Erinnerung eine Stunde vorher (zum Aufbruch). Beide Smartphones unterstützen mehrere Erinnerungen, die sich pro Termin frei einstellen lassen.

Wiederkehrendes wird einmal eingetragen, nie wieder

Manche Dinge passieren regelmäßig. Mittwoch ist der Müll. Am ersten jedes Monats kommt das Tablettenrezept. Donnerstag ist Skat-Abend. Statt das jedes Mal neu zu denken, lassen sich diese Punkte einmal als wiederkehrender Termin anlegen. Der Kalender erinnert dann von selbst, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr.

Termine, die sich besonders lohnen einmal einzutragen:

  • Geburtstage der Familie und engster Freunde – jährlich wiederkehrend, nie wieder vergessen
  • Müllabfuhr mit dem Hinweis „grüne Tonne” oder „Papier” – jede Gemeinde hat ihren eigenen Rhythmus
  • Routine-Termine wie Zahnreinigung (halbjährlich) oder Augen-Check (alle zwei Jahre)
  • Wiederkehrende Verabredungen – Skat-Runde, Yoga-Stunde, Kinotag mit der Tochter
  • Apothekenrezept-Verlängerung monatlich, bevor die Packung leer wird

Termine in der Familie teilen

Wer in einer Familie steht, in der nicht nur eine Person den Überblick über alle Termine hat, kennt das Hin-und-Her in WhatsApp: „Wann hatten wir gesagt, dass wir essen gehen?” – „War es nicht der Achte?” Eine elegantere Variante sind geteilte Kalender.

Ein gemeinsamer Familien-Kalender bedeutet: Die Tochter trägt den Termin ein, alle Familienmitglieder sehen ihn sofort auf ihrem eigenen Smartphone. Bei Apple-Familien funktioniert das über die Familienfreigabe, die meist ein Familienmitglied einmal einrichtet und dann alle einlädt. Bei Google-Konten und gemischten Familien geht es über Google Kalender, der ebenfalls geteilt werden kann.

Praktisch ist das nicht nur in der Großfamilie. Auch zwischen Lebenspartnern: ein gemeinsamer Kalender „unsere Termine” neben dem persönlichen schafft Übersicht, ohne dass jeder Termin per Rückfrage besprochen werden muss. Persönliche Termine bleiben persönlich, gemeinsame liegen am gemeinsamen Ort.

Die Klugheit liegt im Trennen, nicht im Vermischen. Wer alle Termine in einen geteilten Kalender wirft, gibt Privatsphäre auf, ohne mehr Komfort zu gewinnen. Ein zweiter Kalender für „uns als Paar” oder „wir als Familie” reicht für die Termine, die andere wissen sollen oder dürfen.

Wann Smartphone, wann Wandkalender?

Eine ehrliche Einordnung: Nicht alles muss digital. Wer einen Wandkalender im Flur hat und damit gut zurechtkommt, soll ihn behalten. Die Stärke des Smartphones liegt nicht im Eintragen – sie liegt im Erinnern. Ein Termin auf dem Wandkalender meldet sich nicht von selbst. Ein Termin im Smartphone schon.

Genau diese eine Eigenschaft – die kleine Klingel zum richtigen Zeitpunkt – macht den Unterschied. Wer keine Klingel braucht, weil er ohnehin täglich am Wandkalender vorbeigeht und nichts vergisst, gewinnt durch das Smartphone wenig. Wer mit dem Gefühl lebt, etwas vergessen zu haben oder etwas im falschen Moment einzufallen, gewinnt viel.

Häufige Fragen

Welcher Kalender ist besser, der eingebaute oder eine andere App? Für die meisten Menschen reicht der eingebaute Kalender vollkommen aus. Apps wie Fantastical oder Outlook-Kalender bieten zusätzliche Funktionen für Vielnutzer, kosten aber Geld oder sind komplexer in der Bedienung. Wer einfach Termine eintragen und erinnert werden möchte, ist mit dem System-Kalender bestens bedient.

Geht das auch ohne Cloud-Konto? Eingeschränkt. Termine, die Sie ohne Cloud-Verbindung speichern, liegen nur auf einem Gerät. Sobald ein Smartphone wechselt oder kaputt geht, sind sie weg. Bei Apple ist die Cloud iCloud, bei Google das Google-Konto. Beide sind kostenlos in der Grundvariante und in der Praxis für die meisten Senioren-Anwendungen empfehlenswert.

Sind Erinnerungen für Senioren besonders nützlich? Sie sind für jeden nützlich, der nicht alles im Kopf behalten möchte – das gilt mit 30 wie mit 70. Bei manchen Routinen, etwa Tabletteneinnahme oder regelmäßigen Anrufen bei Verwandten, hilft die kleine elektronische Stütze besonders. Aber das ist keine Frage des Alters, sondern der Lebensumstände.

Was passiert, wenn das Smartphone nicht eingeschaltet ist? Erinnerungen kommen verspätet, sobald das Gerät wieder läuft. Termine im Kalender melden sich beim nächsten Aufwachen mit dem üblichen Klingelton. Verloren geht nichts – die Daten liegen auf dem Gerät und (bei Cloud-Nutzung) im Konto.

Können Familienmitglieder meine privaten Termine sehen? Nein. Termine, die Sie in den persönlichen Kalender eintragen, bleiben privat. Nur Termine, die Sie aktiv in den geteilten Kalender legen, sind für andere sichtbar. Sie haben jederzeit die Wahl, in welchem Kalender ein neuer Termin landet.

Lohnt sich das, wenn ich ohnehin nur wenige Termine habe? Wer ein oder zwei Termine pro Monat hat und dafür einen Wandkalender nutzt, gewinnt durch den digitalen Kalender wenig. Sobald es regelmäßig Arzttermine, Familien-Verabredungen oder mehrere parallele Routinen gibt – etwa Tabletteneinnahme und Apothekenbesuche und Geburtstage und ein Wochenend-Termin – ist die Erinnerung am Smartphone meist die ruhigere Variante.