Vom Smartphone den Weg zeigen lassen, eine Bus- oder Bahnverbindung suchen, eine Route durch eine fremde Stadt planen – moderne Karten- und Verkehrs-Apps machen viele Wege selbstständiger. Egal ob auf dem Spaziergang im eigenen Viertel, am Bahnhof in einer fremden Stadt oder im Urlaub in Spanien: Eine kurze Eingabe genügt, und das Smartphone führt Sie ans Ziel. Sie brauchen weder Stadtplan noch Auskunftsschalter – und auch keine besonderen Vorkenntnisse.
Dieser Artikel zeigt, was die wichtigsten Werkzeuge heute leisten: Karten-Apps, ÖPNV-Apps, Live-Verspätungs-Hinweise, Vorab-Planung am Computer und Offline-Karten für Reisen ohne mobiles Internet.
Karten-Apps: Was sie heute können
Auf jedem Smartphone ist eine Karten-App vorinstalliert. Welche, hängt vom Betriebssystem ab.
Google Maps ist auf Android Standard und auf iPhones kostenlos im App Store erhältlich. Sehr ausführlich, sehr aktuell, mit Bewertungen und Öffnungszeiten zu fast jedem Geschäft, jeder Apotheke, jedem Restaurant in Europa. Das macht es im Alltag besonders praktisch: Sie suchen nicht nur einen Weg, sondern erfahren auch, ob die Apotheke noch geöffnet ist, ob das Restaurant für Donnerstag Reservierungen annimmt, ob der Park einen Hundeauslauf hat.
Apple Karten ist auf jedem iPhone vorinstalliert. In den letzten Jahren stark aufgeholt, etwas reduzierter im Aussehen als Google, dafür sparsam im Datenverbrauch und gut in andere iPhone-Apps eingebunden. Wer ohnehin ein iPhone nutzt und keine besonderen Funktionen braucht, kommt hiermit gut zurecht.
Beide funktionieren in ganz Europa, beide sind kostenlos, beide kennen die meisten Sehenswürdigkeiten und Adressen.
Wer keine Erfahrung hat: Mit der vorinstallierten App beginnen. Apple-Nutzer mit Apple Karten, Android-Nutzer mit Google Maps. Erst wenn Sie merken, dass etwas fehlt, kommt eine zweite App dazu. Beides parallel zu haben ist auch keine schlechte Idee – Reisende profitieren oft davon.
Navigation zu Fuß: das tägliche Werkzeug
Die häufigste und nützlichste Anwendung im Alltag ist die Navigation zu Fuß. Sie geben ein Ziel ein – einen Straßennamen, ein Geschäft, einen Arzt, eine Sehenswürdigkeit – und die App führt Sie Schritt für Schritt dorthin. Über die Sprachansagen reicht es, das Smartphone in der Tasche zu lassen: „In 50 Metern rechts in die Hauptstraße”, „Sie haben Ihr Ziel erreicht.”
Die Stärke davon zeigt sich nicht im eigenen Wohnviertel, sondern unterwegs: in einer fremden Stadt, in einem unbekannten Stadtteil, beim Einkauf in einem neuen Einkaufszentrum mit drei Eingängen. Wer früher fragen musste oder einen Stadtplan auseinanderfaltete, hat heute eine kleine Stimme im Ohr, die geduldig erklärt, wo es langgeht.
Was Navigation zu Fuß im Alltag leichter macht:
- Den richtigen Eingang eines großen Bahnhofs finden, ohne sich verirren zu müssen
- In einer fremden Stadt das Hotel nach der Bahnfahrt direkt zu finden
- Eine Apotheke um 20 Uhr finden, die noch geöffnet hat – die App zeigt das gleich mit
- Eine Sehenswürdigkeit erreichen, ohne den Stadtplan abdrücken zu müssen
- Einen anderen Weg zurück nehmen, wenn etwas im Weg ist – die App rechnet neu, ohne Aufregung
Mit Bus und Bahn unterwegs
In vielen größeren Städten reicht Google Maps oder Apple Karten auch für den öffentlichen Verkehr aus. Geben Sie ein Ziel ein, wählen Sie das Bus- oder Bahn-Symbol, und die App zeigt Verbindungen mit Bus, Tram, U-Bahn und S-Bahn – inklusive Abfahrtszeit, Umstiegen und Fußwegen zwischen den Haltestellen. Wer in einer gut angebundenen Stadt unterwegs ist, kommt damit oft ohne zusätzliche App aus.
Wenn Sie regelmäßig Bahn fahren
Für Fernverkehr und Tickets ist die App der jeweiligen nationalen Bahn meist die bessere Wahl. Sie bietet Live-Verspätungen, Bahnsteig-Informationen und den direkten Ticket-Kauf.
| Land | App | Was sie kann |
|---|---|---|
| Deutschland | DB Navigator | Fernverkehr, Regionalzüge, lokale Anschlüsse, Ticket-Kauf |
| Österreich | ÖBB Scotty | ÖBB-Verbindungen, lokale Linien, Tickets |
| Schweiz | SBB Mobile | SBB-Fahrten, Anschlussverkehr, GA und Halbtax |
| Frankreich | SNCF Connect | TGV, TER, Regionalverkehr, Tickets |
| Italien | Trenitalia | Frecciarossa, regionale Züge, Ticket-Kauf |
| Spanien | Renfe | AVE, lokale Züge, Tickets |
| Niederlande | NS | Intercity, Sprinter, Ticketing |
Alle Apps sind kostenlos in den App-Stores des jeweiligen Landes und funktionieren auch im Ausland (eine SIM-Karte des Heimatlandes reicht zum Herunterladen). Bezahlung läuft meist per Kreditkarte oder Smartphone-Bezahldienst.
In der eigenen Stadt
Viele Städte haben eigene Verkehrsverbund-Apps mit günstigeren Tarifen, Sondertickets oder besseren lokalen Echtzeit-Informationen als die nationalen Bahn-Apps. Beispiele: in München die MVV-App, in Wien die WienMobil-App, in Zürich die ZVV-App, in Paris Bonjour RATP, in London TfL Go. Wer regelmäßig im selben Stadtgebiet unterwegs ist, profitiert oft davon, die lokale App einmal einzurichten.
Eine elegante europaweite Alternative ist Citymapper – eine App, die mehrere große Städte gleichzeitig abdeckt (London, Paris, Berlin, Madrid, Rom, Wien und weitere). Praktisch für Reisende, die nicht in jeder Stadt eine eigene App einrichten möchten.
Offline-Karten für Reisen
Im Ausland ist Mobilfunk-Internet manchmal teurer oder unzuverlässig. Karten-Apps können Karten offline speichern – Sie laden eine Stadt oder Region einmal vor der Reise herunter, anschließend funktioniert sie ohne Internet. Sie sehen Straßen und Stadtpläne, finden Adressen, lassen sich zu Fuß führen. Verkehrslage und Live-Zugverbindungen brauchen weiterhin Internet, aber die Wegfindung an sich klappt offline.
Vor einer Reise lohnt es sich, die Stadt oder Region offline zu speichern. Im Hotel-WLAN einmal heruntergeladen, sind Sie dann unterwegs nicht mehr von teurem Roaming-Internet abhängig. Bei Google Maps geht das in der Suchleiste durch Eintippen des Reiseziels und Antippen des Herunterladen-Knopfs, bei Apple Karten über das Profil-Symbol oben rechts.
Vorab planen, später entspannt loslaufen
Wer eine längere Tour plant – etwa eine Reise in eine fremde Stadt oder einen Tagesausflug – kann das gut am Computer tun. Die Bildschirme sind größer, das Tippen leichter, und die geplante Route lässt sich auf das Smartphone übertragen. Bei Google Maps reicht ein Klick auf An mein Smartphone senden; bei Apple Karten dasselbe Prinzip auf einem Mac.
Auch ohne Senden funktioniert es: Wenn Sie die Adresse am Computer planen und dann am Smartphone genauso eingeben, finden Sie die Route sofort wieder. Es geht keine Information verloren – das einmal-tippen-statt-erneut-eingeben spart nur Zeit.
Was die Navigation noch leistet
Drei Funktionen, die viele Menschen kaum bewusst nutzen, obwohl ihre Karten-App sie hat:
Echtzeit-Verkehrslage. Bei Google Maps und Apple Karten werden Staus, Baustellen und Umleitungen live in der Karte angezeigt – ohne dass Sie etwas extra einstellen müssen. Bei Auto-Fahrten lohnt sich der Blick: Eine Strecke, die normal dreißig Minuten dauert, kann gerade fünfzig Minuten brauchen.
Bewertungen und Öffnungszeiten. Bei jedem Ort, den Sie suchen – einer Apotheke, einer Bäckerei, einer Werkstatt – stehen meistens Bewertungen anderer Besucher und die aktuellen Öffnungszeiten. Praktisch beim Sonntags-Einkauf oder beim Suchen einer Apotheke nach 20 Uhr.
Indoor-Karten in großen Bahnhöfen und Flughäfen. An Hauptbahnhöfen wie Frankfurt, München oder Berlin Hbf zeigt Google Maps auch innen die Etagen mit Geschäften, Wartebereichen, Toiletten und den jeweiligen Bahnsteigen. Wer wenig Zeit hat, findet so schneller den richtigen Weg.
Häufige Fragen
Verbraucht die Navigation viel Akku? Ja, mehr als andere Apps. Auf längeren Touren lohnt sich eine Powerbank in der Tasche oder im Auto eine Stromversorgung. Bei Spaziergängen über zwei Stunden plus Sprachansagen kann der Akku spürbar zurückgehen – planen Sie das ein.
Muss ich für jede Stadt eine eigene App haben? Nein. Google Maps und Apple Karten funktionieren weltweit. Für ÖPNV bietet sich der lokale Verkehrsverbund an – aber auch der DB Navigator zeigt die meisten lokalen Verbindungen.
Sind Karten-Apps für Senioren besonders nützlich? Sie sind für jeden nützlich, der unterwegs ist – aber gerade beim Reisen in fremde Städte oder Länder gewinnt man durch sie spürbar Selbstständigkeit. Sie müssen niemanden mehr fragen, wo der Bahnhof ist. Das ist nicht altersabhängig, aber für viele Senioren eine willkommene Unabhängigkeit.
Was, wenn das Smartphone die Adresse falsch erkennt? Häufige Ursache ist eine ungenaue Eingabe. Versuchen Sie es noch einmal mit dem vollen Namen plus Stadt – etwa „Schillerstraße 12, München” statt nur „Schillerstraße”. Bei mehrdeutigen Namen schlägt die App alle Treffer vor; wählen Sie den richtigen.
Was ist mit Datenschutz bei Karten-Apps? Beide Apps sammeln Standort-Daten, um die Navigation zu liefern. Sie können in den Einstellungen einsehen, was gespeichert wird, und den Verlauf jederzeit löschen. Wer den Standort-Verlauf gar nicht speichern lassen möchte, schaltet die Funktion aus – die Navigation funktioniert weiterhin in Echtzeit.
Welche App, wenn ich nur sehr selten reise? Die vorinstallierte. Wer ein iPhone hat, fängt mit Apple Karten an; wer Android hat, mit Google Maps. Erst wenn die nicht reicht, kommt eine zweite dazu.